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Wir über uns
01.06.1999
Margret Feiß gründet die Firma „Druckvorstufe Feiß“ in der Saalfelder Str. 32 in Pößneck in zwei angemieteten ziemlich morbiden Büroräumen. Einziger Beschäftigter war zunächst Martin Feiß.
1999
Zunächst wurden hauptsächlich Scandienstleistungen für den Graphischen Großbetrieb Pößneck durchgeführt. Durch die Kombination schneller Reproscanner und einer eigens dafür programmierten Software konnten wir Bücher als hochauflösende Strichscans mit 1200 dpi Auflösung reproduzieren.
Alles begann mit einer minimalen Ausrüstung aus einem Powermac 7300, einem iMac der ersten Generation, einigen Linuxrechnern sowie einem LaserJet Drucker. Schon nach kurzer Zeit wurde eine zweite Mitarbeiterin eingestellt. Für Farbarbeiten legten wir uns einen Linotype-Hell Saphir Ultra 2 Scanner zu sowie im Herbst einen DIN A3 Farblaserdrucker von HP. Gegen Ende des Jahres konnte ein erster Powermac G4 mit farbechtem Apple 21" Monitor gekauft werden. Weiterhin feilten wir unsere Lösung zur Digitalisierung von Büchern weiter aus.
2000
Im Jahr 2000 wurde die Firma von Martin Feiß übernommen. Die Mitarbeiterzahl stieg auf vier. Anfang des Jahres wurde die Homepage http://feiss.de im Internet eröffnet. Unser Angebot umfasste damals ein breites Spektrum digitaler Druckvorstufenarbeiten wie Gestaltung, Satz, Repro, Retusche. Wir mieteten einen dritten und vierten Raum. Auch technisch rüsteten wir unseren kleinen Betrieb immer mehr auf. Im Sommer wurde ein weiterer Powermac G4 gekauft. Durch unsere Reproarbeiten, bei denen jeden Tag hunderte hochauflösende Scans mit Skripten verarbeitet werden mußten, hatten wir einen hohen Bedarf an Rechenleistung. Im Herbst 2000 kauften wir ein Imation Rainbow Proof. Schließlich im November tätigten wir eine für unsere Verhältnisse riesige Investition. Wir benötigten für Farbarbeiten mit hohem Anspruch sowie Copy-Dot und Entrasterung von Filmsätzen einen besseren Scanner, da unsere Gerätschaften diesen Ansprüchen nicht standhielten. Wir entschieden uns für einen AgfaSCAN XY15+. Er beherrschte A3+ Auf- und Durchlicht, Copy-Dot und Entrasterung, hatte enorme Auflösung, Farbtiefe und Dichteumfang. Mit ColorExact stand eines der besten Scanprogramme der damaligen Zeit zur Verfügung. Zum Jahresende konnten wir außerdem unser Angebot noch um Posterdruck bis 88 cm Breite mit einem HP DesignJet 2500 CP erweitern. Der Drucker war – wie unsere Laserdrucker – postscriptfähig, die Drucke UV- und bei entsprechenden Papieren auch wasserfest.
2001
Wir rüsteten unser Farbrepro-Geschäft auf. Zwei Mitarbeiterinnen wurden hierfür eingestellt und angelernt. Aufgrund der großen Menge an Schwarz/Weiß-Drucken wurde die Druckerflotte um einen HP LaserJet 8150 erweitert. Personell verstärkten wir uns noch mit drei Lehrlingen. Im Juni wich unser alter Linux-Server einem Powermac G4 Server mit Dualprozessor und internem 150 GB ATA-Raid. Auf den Mac OS X Server verlagerten wir Stück für Stück Arbeiten, die noch von Linuxrechnern ausgeführt wurden, z.B. Internetgateway/Firewall, NFS-Fileserver, Ghostscript RIP, Webserver... Dabei gewann unser gesamtes Netzwerk an Geschwindigkeit und Stabilität. Um auch Copy-Dot-Daten proofen zu können, wurden ein Screenproof von Bestcolor nebst Drucker HP Designjet 800 zugelegt. Es ist somit möglich, ein Original-Druckraster mit dem Tintenstrahldrucker darzustellen. In diesem Jahr wurde unser Angebot auch noch durch professionelles Webdesign und Webhosting und Dienstleistungen im Bereich Computer-Administration und Verkauf bereichert.
2002
Im Jahr 2002 waren wir zunächst von Kurzarbeit gebeutelt. Besonders die eigens aufgebaute Strecke zur massenhaften Reproduktion von Filmsätzen mittels Copy-Dot konnte nie die erhoffte Auslastung erreichen. Zur weiteren Verbesserung unseres Qualitätsstandards legten wir uns ein Farbmeßsystem zu. Wir erreichten mit dem Gretag SpektroScan eine deutliche Steigerung der Farbtreue unserer Druck- und Proofsysteme. Im April zogen wir in eine bessere Geschäftslage und großzügigere Büros um. Wir mieteten die untere Etage der Bahnhofstr. 15 – schräg gegenüber der Pößnecker Post. Da unsere Bezeichnung als „Druckvorstufe“ nicht mehr viel mit unserem stark erweitertem Angebot zu tun hatte, änderten wir die Bezeichnung in „Medienservice“.
Ende Juni wurde die bisher größte Investition der Firmengeschichte getätigt. Zusätzlich zu unserem Digitaldruck mit Laser- und Posterdruck stießen wir in den Bereich des Offset-Drucks vor. Wir legten uns eine Ryobi 3404 DI zu. Dies ist eine 4-farbige DIN A3+ Trockenoffsetmaschine mit interner digitaler Druckplatten-Bebilderung. Sie konnte für 1- bis 4-farbige Drucke in hoher Qualität im Auflagenbereich ab etwa 200 Drucken eingesetzt werden. Wir erhielten dafür vom Land Thüringen Fördermittel. Die Maschine wurde in unsere vorhandene Vorstufe eingebunden und mittels ICC-Workflow für farbgenaue Druckergebnisse kalibriert.
2003
Der alte Powermac-Server wurde mit einer gebrauchten Sun ersetzt, daran ein Raid 5 mit 8 Festplatten und 1,75 TB. Unser DesignJet wurde durch das Modell 5500 mit 1,60 m Druckbreite ersetzt. Es wurden weitere Mitarbeiter eingestellt.
Der Preis für unsere Offset-Drucksachen brach leider ziemlich ein. Aufträge ließen sich nur noch mit Preisdumping aquirieren.
2004
Das Jahr 2004 war durch eine stark schwankende Auftragslage gekennzeichnet. Wir wussten manchmal nicht mehr, wie wir die vielen Aufträge abbarbeiten sollten, mal war wochenlang nichts zu tun. Es wurde weiter in die technische Ausrüstung investiert.
2005
Aufgrund dauerhaft miserabler Auftragslage, die wir zunächst mit Kurzarbeit zu überbrücken versuchten, musste der größte Teil der Mitarbeiterschaft entlassen werden. Versuche, über Werbeaktionen und Außendienst Aufträge im Bereich Werbung zu aquirieren, versagten jämmerlich. Die Wirtschaft der ehemaligen DDR lag am Boden. Die Handwerker hatten kein Geld für irgendwelche Werbeaktionen. Größere Betriebe gab es kaum, die wenigen, die es gab, waren nur Außenstellen von Firmen der alten Bundesländer und hatten gar keinen eigenen Vertrieb. Aufträge übers Internet waren selten. Die Firma schrieb Verlust.
2006
Es gelang, die Geschäftslage, welche im Jahr zuvor zum Teil aussichtslos schien, auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Allerdings unterschritten wir nun die durch die Druckmaschinenförderung auferlegte Anzahl Arbeitsplätze. Martin Feiß kaufte mit nicht unbedeutender finanzieller Unterstützung der Eltern einen Bauernhof in Burgwitz, einem winzigen Dorf bei Neustadt Orla. Die vorherige Anfrage bei der Telekom ergab: Internet kein Problem, 6 MBit. Davon wollte die Telekom hinterher nichts mehr wissen: es gab nach vielem Hin und Her schließlich 384 kBit.
Der Posterdrucker wurde durch einen Lösemitteldrucker abgelöst – einen gebrauchten Colorpainter mit 1,60 m Arbeitsbreite, der inzwischen betagte und ungenau gewordene AGFASCAN XY15+ wurde durch einen gebrauchten Linotype Topaz 3 XiX (mit CopyDot) ersetzt.
2007
Die Firma war geschrumpft und wieder so besetzt wie am ersten Tag. Die Umsätze konnten gefestigt werden. Der verminderte Stress wurde als angenehm empfunden. Die Druckmaschine wurde unter gewaltigem Verlust verkauft. Die Firma erzielte ein solides Ergebnis, welches allerdings durch die Abschreibung der Druckmaschine deutlich in die Verlustzone geriet. Glücklicherweise waren die Bankkredite schon in den guten Zeiten zurückgezahlt worden, sonst hätte die Firma diese Zeit finanziell nicht überstehen können.
Wir gewannen neue Kundschaft, setzten vermehrt Bücher im InDesign auf dem Mac.
2008
Als erstes Großereignis muss das Abrauchen des teuren Topaz genannt werden. Eine Reparatur war wirtschaftlich nicht sinnvoll. Er wurde daraufhin verschrottet, Farbarbeiten auf dem A3-Epson gefertigt. Der Aufwand an Nachbearbeitung stieg dabei gewaltig an.
Im Burgwitzer Bauernhof, der inzwischen fleißig saniert worden war, wurden vier Räume und eine Garage für Büro, Produktion und Lager eingerichtet. Im Juli schließlich zogen wir mit unseren Büros in die neue Heimat. Beim Mittag auf der Terasse hörte man seither im Wald die Vögel zwitschern. In der Pößnecker Bahnhofstraße hatten nur die Teller geklappert, weil draußen die LKWs übers Pflaster rumpelten.
Der Colorpainter war inzwischen altersschwach, sodass er mit einem neuen Mimaki JV33 ersetzt wurde.
2009
Um das Angebot wieder hin zu hochwertigerer Produktion auszubauen, wurde ein gebrauchter High-End-Scanner gekauft – ein Trommelscanner Linotype Tango. Der Scanner wurde mittels Silverfast und Ratoc-Firewire-Adapter am Macbook Pro angeschlossen.
2010
Margret Feiß erreichte das Rentenalter, arbeitete aber weiterhin in der Firma. Die Lebensgefährtin von Martin Feiß, Katrin Harnoss, wechselte zu Medienservice Feiß.
Der Mimaki Drucker, gerade 20 Monate jung, ging nun kaputt. Nachdem innerhalb der Garantie zweimal der Druckkopf ausgetauscht werden musste, waren nun alle Platinen und Druckkopf hinüber. Das kulante Angebot, das Gerät gegen Zuzahlung gegen ein Vorführgerät auszutauschen, wurde von uns gern genutzt.
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